Bagh Nakh
बाघ नख · bāgh nakh
Wörtlich: Tigerkralle
Auch bekannt als: vāghnakh, bagh naka, bichuwa bagh nakh
Indische Krallenwaffe aus vier oder fünf gebogenen Klingen an einem Steg oder Handschuh, in der Handfläche verbergbar; damit tötete Shivaji Afzal Khan.
Auf einen Blick
IndienÜber die Waffe
Der Bagh Nakh, hindi für Tigerkralle, ist eine Krallenwaffe vom indischen Subkontinent, die sich über die Fingerknöchel setzen oder unter der Handfläche verbergen lässt. Sie wurde offenbar von den Krallen großer Raubkatzen inspiriert. Marathisch heißt sie vaghnakh, ähnliche Namen gibt es im Bengalischen und Urdu. Die Datierung ihrer Entstehung konnten wir in den Quellen nicht belegen. Sie besteht aus vier oder fünf gebogenen Klingen, befestigt an einem Steg oder Handschuh, bestimmt zum Durchtrennen von Haut und Muskeln. Es gibt auch Varianten aus zwei gelenkig verbundenen Platten mit einer Daumenschlaufe und eine Version namens bichhwa bagh nakh, die am Steg zusätzlich eine Spitze oder Klinge trägt. Maße haben wir in den Quellen nicht gefunden. Rajputen-Clans nutzten vergiftete Versionen für Attentate. Am bekanntesten ist ihr Einsatz durch den Marathenherrscher Shivaji, der damit zusammen mit dem Dolch bichhwa den bidschapurischen General Afzal Khan angriff. Ringer kämpften damit im Kampf naki ka kushti; ein Beobachter, der dies 1864 in Baroda sah, beschrieb berauschte Ringer, die sich wie Tiger ins Gesicht und den Körper des Gegners rissen. In der Marathen-Kampfkunst mardani khel tritt der bagh naka als eiserne Kralle auf. Sikh-Nihangs tragen ihn im Turban und empfahlen ihn Frauen, die allein reisen. Bengalische hinduistische Mädchen eigneten sich nach den Unruhen namens Direct Action Day ähnliche Waffen zur Selbstverteidigung an. Im Disney-Film Aladdin und der König der Diebe führt der Bösewicht Sa'luk eine goldene Version davon.