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Varma kalai

Tamilische Kunst der Lebenspunkte (varmam) mit zwei Gesichtern: kämpferischer Treffer und heilende Massage der Siddha-Medizin.

Wichtige Daten

HerkunftslandIndien
RegionAsien
HauptfokusGemischt

Charakter & Herkunft

LinieTraditionell
EntstehungszeitAntike

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteAm Rande
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenNicht verwendet

Über Varma kalai

Varma kalai ist eine indische Kunst der Druckpunkte, die Massage, traditionelle Medizin, klassisches Yoga und Kampftechnik miteinander verbindet. Im Zentrum steht die Arbeit mit den sogenannten varmam, den Lebenspunkten des menschlichen Körpers, deren Treffen der Überlieferung nach einen Menschen sowohl verletzen als auch heilen kann. Gerade diese Doppelnatur ist für die gesamte Disziplin bestimmend und spiegelt sich in ihrer Gliederung wider. Der heilende Zweig heißt vaidhiya murai und ist Teil der Siddha-Medizin; der kämpferische Zweig wird adimurai genannt, und innerhalb dieses Zweigs existiert varma adi, wörtlich ein Schlag auf einen Druckpunkt, der erst in fortgeschrittenen Stufen gelehrt wird — nicht nur im adimurai selbst, sondern auch im Kalaripayattu und im silambam. Der Überlieferung nach gab der Gott Murugan die Kunst dem Weisen Agastya weiter, und zwar in Form von einhundertacht varmam. In Tamil Nadu und im benachbarten Kerala wird gewöhnlich nur die Agastya-Schule geübt. Ein interessanter Beleg dafür, wie weit das Interesse an den verwundbaren Stellen des Körpers reicht, sind die Sammlungen srilankischer Nationalmuseen: Dort haben sich Beschreibungen von mindestens sechsundachtzig Punkten namens nila bei Elefanten erhalten, samt ihrer Funktion. Varma kalai beschränkt sich somit nicht auf den Menschen und ist auch keine rein kämpferische Disziplin — es ist ein System von Körperwissen, das sich in beide Richtungen wenden lässt. Für den Katalog ist varma kalai ein Grenzfall: In den Quellen tritt es abwechselnd als eigenständige Kunst und als fortgeschrittene Schicht anderer tamilischer Disziplinen auf.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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