Meia Lua de Compasso
Meia Lua de Compasso
Wörtlich: zirkel-halbmond
Auch bekannt als: Rabo de arraia
Ein tiefer Drehtritt der Capoeira mit den Händen am Boden, bei dem die Ferse in einem weiten Bogen vor allem zum Kopf des Gegners fliegt.
Auf einen Blick
⚠️ Häufige Fehler
Der Tritt ohne Handstütze (meia lua solta), der zwar schneller ist, aber das Risiko erhöht, dass der Gegner das tretende Bein wegfegt.
Über
Meia lua de compasso, wörtlich Kompass-Halbmond, ist ein tiefer Drehtritt der Capoeira mit den Händen am Boden. Er entsteht aus Ginga oder Negativa: Die Hände stützen sich am Boden ab, der Körper dreht sich um das Standbein, und die Ferse fliegt in einem weiten Bogen mit einer Kraft ähnlich einem Fliehkraftschwung zum Ziel. Technisch ist es ein geduckter rotierender Rückwärtstritt, auch rabo de arraia, Rochenschwanz, genannt. Laut Quellen entstand der Tritt in der afrikanischen Kampfkunst Engolo und war im 19. Jahrhundert in der brasilianischen Capoeira carioca beliebt. Er zielt vor allem auf den Kopf, kann aber auch gegen Brust, Rippen oder Bauch geführt werden und gehört zu den kraftvollsten Tritten der Capoeira. 2009 schlug Marcus „Lelo" Aurélio damit einen Gegner im MMA k. o. Meia lua presa wird mit einer Hand am Boden getreten, die andere schützt das Gesicht; meia lua solta kommt ganz ohne Handstütze aus – schneller, aber der Gegner fegt das tretende Bein leichter weg. Meia lua de compasso dupla wird ohne Bodenkontakt der Füße ausgeführt, meia lua pulada ist die gesprungene Variante.