Arrastão
Arrastão
Wörtlich: Schleppen
Ein Griffwurf der Capoeira, bei dem der Angreifer den Gegner an beiden Knien fasst und ihn durch Druck der an die Brust gestemmten Schulter zu Boden reißt.
Auf einen Blick
⚠️ Häufige Fehler
Das Wegfegen der Beine des Gegners so, dass sie zwischen den Beinen des Übenden landen statt davor, wodurch sich der Übende einem Abwehrrisiko aussetzt.
Über
Arrastão ist in der Capoeira ein Griffwurf gegen einen stehenden Gegner. Das Wort bedeutet auf Portugiesisch Schleppen oder Ziehen und auch den Zug eines Fischernetzes; im brasilianischen Slang steht es auch für einen Straßenüberfall, und laut Quelle stammt der Wurfname von dort. Der Angreifer nähert sich, stemmt die Schulter gegen die Brust des Gegners, fasst ihn an beiden Knien oder Oberschenkeln und zieht und hebt ihn bei rückwärtigem Schulterdruck zu Boden. Er beginnt oft als Wurf auf beide Beine, der oft in einen Wurf auf ein Bein übergeht. Bei einer anderen Ausführung drückt der Angreifer die Hüften mit dem Kopf zur Seite, verlagert so das Gewicht auf ein Bein und fegt es weg. Die englische Wikipedia zählt arrastão zu den Fußfegern und Würfen der Capoeira, neben rasteira, tesoura, boca de calça und vingativa. Anders als rasteira, die ein Bein mit niedriger Kreisbewegung ohne Griff fegt, hält der Angreifer den Gegner hier physisch an den Beinen. Anders als tesoura, die mit Scherenklemme der Beine wirft, arbeitet arrastão mit Armen und Schulter, ohne die Beine des Angreifers. Die Beine des Gegners sollen vor, nicht zwischen den Beinen des Übenden landen, sonst droht ein Risiko. Wir konnten nicht belegen, wer die Technik in die Capoeira eingeführt hat.