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Handschrift

Kunst des Messerfechtens (Cod.Pal.Germ.430)

Originaltitel: Kunst des Messerfechtens

1478–1482DeutschlandLehrbuch

Handschrift über den Kampf mit dem Messer, einem langen Messer oder Haumesser, von Hans Lecküchner zwischen 1478 und 1482 verfasst und dem Kurfürsten von der Pfalz gewidmet. In Heidelberg.

Kunst des Messerfechtens ist eine deutsche Handschrift über den Kampf mit dem Messer, einem langen Messer oder Haumesser, verfasst vom Nürnberger Priester und Fechtmeister Hans (Johannes) Lecküchner. Sie entstand zwischen 1478 und 1482, das genaue Jahr konnten wir nicht belegen. Heute liegt sie in der Universitätsbibliothek Heidelberg unter der Signatur Cod. Pal. germ. 430. Lecküchner wurde in den dreißiger Jahren des fünfzehnten Jahrhunderts in Nürnberg geboren, schrieb sich 1455 an der Universität Leipzig ein, war ab 1480 Gemeindepriester in Herzogenaurach und starb dort am 31. Dezember 1482. Der frühneuhochdeutsche Text bildet einen vollständigen Traktat über das Messer. Jeden Abschnitt eröffnen Verse (Zedel), an die sich ein umfangreicher Prosakommentar anschließt, und die Darstellung schreitet von einer Technik zur nächsten fort, vom einleitenden Zornhau bis zum Wincker. Auf Blatt 1v ist ein Ritter mit dem pfälzischen Wappen abgebildet, und sie schließt mit einer Widmung an den Kurfürsten von der Pfalz Philipp den Aufrichtigen aus dem Haus Wittelsbach. Laut Wiktenauer ist es ein sorgfältig ausgearbeitetes Werk für einen Auftraggeber, nicht um einen Arbeitsentwurf. Lecküchners Traktat ist in zwei Handschriften überliefert, die Autographen sein könnten: neben der Heidelberger ist es die Münchner Cgm 582, vollendet am 19. Januar 1482. Beide Fassungen unterscheiden sich an vielen wesentlichen Stellen, und Wiktenauer behandelt sie als gleichrangig. Der Name Lecküchner ist nach heutiger Forschung keine Verballhornung des Namens Liechtenauer, wie man im neunzehnten Jahrhundert annahm.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentral

Inhalt

Die Handschrift enthält einen vollständigen Traktat über den Kampf mit dem Messer, einem langen Messer oder Haumesser, ergänzt um eine Widmung. Lecküchners Lehre vom Messer hängt laut Wiktenauer mit Liechtenauers Langschwertsystem zusammen. Jeden Abschnitt eröffnen kurze Verse (Zedel), die die Technik zusammenfassen, und ein Prosakommentar entfaltet sie in einzelne Aktionen. Der Text ist nach den Haupttechniken gegliedert. Er beginnt mit dem Zornhau (Hieb des Zorns), danach folgen Wecker, Entrüsthau, Zwinger, Geferhau und Wincker. Die Darlegung zum Messer füllt die Blätter 2r bis 114v, und auf den Blättern 115r bis 116r steht die Widmung an den Kurfürsten von der Pfalz Philipp den Aufrichtigen aus dem Haus Wittelsbach.

Urheberschaft

Die Münchner Handschrift Cgm 582, vollendet am 19. Januar 1482, erwähnt im Schlussabsatz einen früheren Entwurf. Die Forschung ist uneins, ob es sich um die Heidelberger Cod. Pal. germ. 430 oder um eine dritte, nicht erhaltene Handschrift handelt. Die beiden erhaltenen Fassungen unterscheiden sich an vielen wesentlichen Stellen, und manche Unterschiede lassen sich als Korrekturen in der späteren Fassung deuten. Wiktenauer hält daher beide Handschriften für gleichermaßen maßgeblich und übersetzt jede einzeln. Die verlorene dritte Handschrift war laut Wiktenauer wohl die Vorlage kürzerer Fassungen von Lecküchners Lehre, die spätere Meister niederschrieben: Hans von Speyer 1491, Gregor Erhart 1533, Paulus Hector Mair in den vierziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts und Lienhart Sollinger 1556. Die Datierung der Heidelberger Handschrift gibt Wiktenauer nur mit der Spanne 1478 bis 1482 an.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Handschrift
Aufbewahrungsort
Universitätsbibliothek Heidelberg
Signatur
Cod. Pal. germ. 430
Weitere Quellen zum Thema (1)
  1. wiktenauer.com/wiki/Johannes_Lecküchner