Traktat
Cold Steel: A Practical Treatise on the Sabre (Alfred Hutton, 1889)
Originaltitel: Cold Steel: A Practical Treatise on the Sabre
1889Vereinigtes KönigreichLehrbuch
Englischer Traktat von Hauptmann Alfred Hutton (1889) über militärisches Säbelfechten zu Fuß, das das Backsword des 18. Jahrhunderts mit dem italienischen Duellsäbel verbindet.
Cold Steel: A Practical Treatise on the Sabre ist ein gedruckter englischer Fechttraktat, den Alfred Hutton (1839–1910) im Jahr 1889 herausgab. Als Verleger des digitalisierten Exemplars ist die Londoner Firma William Clowes angegeben. Der Autor diente als britischer Armeeoffizier, unter anderem bei den 79th Cameron Highlanders, beim 7. Husarenregiment und bei den 1st King's Dragoon Guards, und schied 1873 im Rang eines Hauptmanns aus der Armee aus. Kern des Buches ist Huttons eigene Methode des militärischen Säbelfechtens zu Fuß, die das englische Backsword des 18. Jahrhunderts mit dem modernen italienischen Duellsäbel verbindet. Neben dem Säbel behandelt das Buch die Selbstverteidigung mit einem Polizeiknüppel (constable's truncheon) und mit einem kurzen Schwertbajonett und fügt Übungen aus Texten des 16. Jahrhunderts hinzu, darunter von Achille Marozzo. Laut der englischen Wikipedia trat Hutton in dem Buch dafür ein, dass die Kavallerie statt einer Hiebwaffe ein gerades, spitzes Stichschwert verwenden solle. Hutton schöpfte aus den Systemen von George Silver und Achille Marozzo und gehörte zusammen mit Egerton Castle zur viktorianischen Wiederbelebung des historischen Fechtens. Laut der englischen Wikipedia unterrichtete er um 1899 bis 1902 im Bartitsu Club Bühnenfechten, saß in dessen Vorstand und lernte dort selbst die Grundlagen des Jujutsu und Vignys Methode des Stockkampfs. Seine Sammlung von 371 Büchern über das Fechten vermachte er dem Victoria and Albert Museum, wo sie in der National Art Library als Hutton Bequest aufbewahrt wird.
Kampfkünste im Werk
Inhalt
Den Schwerpunkt bildet der Säbel und sein Gebrauch zu Fuß in der militärischen Praxis. Hutton setzt die Methode aus zwei Quellen zusammen, dem englischen Backsword des 18. Jahrhunderts und dem modernen italienischen Duellsäbel, und legt das Ergebnis als eigenes System vor, nicht als Abschrift einer einzelnen Schule. Weitere Teile des Buches gelten der Selbstverteidigung mit zwei Waffen, mit dem Polizeiknüppel, den der englische Text constable's truncheon nennt, und mit einem kurzen Schwertbajonett. Dazu fügt Hutton Übungen nach Fechttexten des 16. Jahrhunderts hinzu, wobei er ausdrücklich auf Achille Marozzo zurückgreift. Die englische Wikipedia gibt zum Buch außerdem an, dass Hutton darin empfahl, die Kavallerie solle die Hiebwaffe durch ein gerades, spitzes Schwert zum Stechen ersetzen.
Entstehung
Das Buch erschien 1889, sechzehn Jahre nachdem Hutton im Rang eines Hauptmanns aus der Armee ausgeschieden war. Hinter ihm lag der Dienst bei den 79th Cameron Highlanders, beim 7. Husarenregiment und bei den 1st King's Dragoon Guards, also bei Infanterie und Kavallerie, und das Buch enthält sowohl eine Darstellung des Säbels zu Fuß als auch eine Überlegung zum Schwert für die Kavallerie. Bei der Rekonstruktion älterer Systeme arbeitete Hutton mit den Texten von George Silver und Achille Marozzo, und diese Arbeit zeigt sich in Übungen nach Quellen des 16. Jahrhunderts. Mit Egerton Castle gehörte er zu dem Kreis, der im viktorianischen England das Interesse am historischen Fechten erneuerte. Als Verleger des digitalisierten Exemplars, das aus der Bibliothek der United Service Institution of India in Neu-Delhi stammt, ist die Londoner Firma William Clowes angegeben.
Angaben
- Form
- Druck
Ausgaben
- 1889 · EN · Cold Steel: A Practical Treatise on the Sabre · William Clowes · Erstausgabe
Weitere Titel
- Cold Steel (Alternativtitel, GB)