Handschrift
Discorso sopra l'arte della scherma (MS 14/10)
Originaltitel: Discorso sopra l'arte della scherma
1600ItalienLehrbuch
Italienische Handschrift Camillo Palladinis von um 1600 über Schwert, Dolch, Mantel, Spadone, Spieß und Hellebarde, die die ältere Bologneser Tradition mit dem Rapier verbindet.
Discorso sopra l'arte della scherma ist ein italienischer Fechttraktat von Camillo Palladini, der um 1600 entstand. Im vollen Titel bezeichnet sich der Autor als Bologneser. Wo er das Werk verfasste, konnten wir nicht belegen. Der Traktat erschien zu Lebzeiten des Autors nicht im Druck und trägt keine Widmung. Er ist als Handschrift mit der Signatur MS 14/10 aus der de Walden Library überliefert. Palladini behandelt darin den Kampf mit dem Schwert allein, mit Schwert und Dolch, mit Schwert und Mantel, mit zwei Schwertern, mit dem Zweihänder Spadone, mit Spieß und Hellebarde. Laut der Zusammenfassung auf Wiktenauer verbindet er Elemente der Bologneser Tradition, etwa Hiebe mit der falschen Schneide und ältere Bezeichnungen der Haltungen, mit den aufkommenden Rapiertechniken und lehnt übertriebene geometrische Erklärungen ab. Von den älteren Meistern erwähnt er unter anderem Tapu di Milano und Camillo Agrippa, auf den er sich beruft, um ihm widersprechen zu können. Torquato d'Alessandri führt Palladini in seinem Buch Il cavaliere compito, erschienen 1609 in Viterbo, als in Rom tätigen Meister auf. Der französische Traktat von André des Bordes, Discours de la théorie de la pratique et de l'excellence des armes, erschienen 1610 in Nancy, ist laut Wiktenauer offenbar zu großen Teilen eine gekürzte Übersetzung von Palladinis Abhandlung. Ins Englische übersetzten das Werk Piermarco Terminiello und Joshua Pendragon, und ihre Übersetzung veröffentlichte 2019 der Verlag Royal Armouries unter dem Titel The Art of Fencing: The Forgotten Discourse of Camillo Palladini.
Kampfkünste im Werk
Entstehung
Das genaue Entstehungsdatum des Traktats konnten wir nicht belegen. Wiktenauer verortet ihn nur ungefähr an das Ende des 16. und den Anfang des 17. Jahrhunderts. Das Werk hat keine Widmung, sodass sich aus ihm weder ein Auftraggeber noch ein Mäzen ablesen lässt, und zu Lebzeiten des Autors blieb es Handschrift. Über Palladini selbst verrät am meisten der Titel, in dem er sich als Bologneser bezeichnet. Eine zweite Nachricht liefert Torquato d'Alessandri, der ihn 1609 im Buch Il cavaliere compito (Viterbo, S. 109) als in Rom tätigen Fechtmeister nennt. Ob Palladini die Abhandlung in Bologna, in Rom oder anderswo schrieb, haben wir in den Quellen nicht gefunden.
Ausgaben und Übersetzungen
An Palladinis Abhandlung knüpft allem Anschein nach ein französischer Druck an. André des Bordes veröffentlichte 1610 in Nancy beim Drucker André Blaise den Traktat Discours de la théorie de la pratique et de l'excellence des armes, der laut Wiktenauer offenbar zu großen Teilen eine gekürzte französische Übersetzung von Palladinis Text darstellt. Von des Bordes' Traktat fertigten Olivier Dupuis und John Tse eine Transkription an, und Rob Runacres bereitete dazu 2014 eine englische Arbeitsübersetzung vor. Die italienische Handschrift selbst übersetzten Piermarco Terminiello und Joshua Pendragon ins Englische. Ihr Buch The Art of Fencing: The Forgotten Discourse of Camillo Palladini erschien 2019 im Verlag Royal Armouries.
Personen und Kampfkünste
- Camillo PalladiniAutor
- Piermarco TerminielloÜbersetzer
- Joshua PendragonÜbersetzer
Angaben
- Form
- Handschrift
- Aufbewahrungsort
- Howard de Walden Library
- Signatur
- MS 14/10
Ausgaben
- 2019 · EN · The Art of Fencing: The Forgotten Discourse of Camillo Palladini · Royal Armouries · Erstausgabe
Weitere Titel
- Discorso di Camillo Palladini Bolognese sopra l'arte della scherma (Alternativtitel, IT)
- The Art of Fencing: The Forgotten Discourse of Camillo Palladini (Übersetzter Titel, GB)