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Ridolfo Capo Ferro

Italienischer Fechtmeister aus Cagli, tätig in Siena, Autor der 1610 erschienenen Rapierabhandlung Gran Simulacro dell'Arte e dell'Uso della Scherma.

Auf einen Blick

HerkunftslandItalienItalien
Auch bekannt alsCapoferro, Capo-Ferro, Ridolfo Capo Ferro da Cagli

Biografie

Ridolfo Capo Ferro da Cagli stammte aus der Stadt Cagli im Herzogtum Urbino (heute Provinz Pesaro e Urbino). Sein Geburts- und Todesdatum konnten wir nicht belegen. Sein Name erscheint in den Quellen in mehreren Formen (Capo Ferro, Capoferro, Capo-Ferro); die moderne Forschung vereinheitlicht sie zu Capoferro.

Er wirkte als Fechtmeister in Siena, wo er ein Amt innehatte, das als „Meister der großen deutschen Nation" beschrieben wird, was auf den Unterricht oder die Leitung deutscher Studenten hindeutet. Beeinflusst wurde er von Camillo Agrippa.

1610 veröffentlichte er in Siena bei den Druckern Salvestro Marchetti und Camillo Turi die Abhandlung Gran Simulacro dell'Arte e dell'Uso della Scherma. Sie wurde von Rafael Schiamirossi illustriert und gliedert sich in einen Teil über die Kunst (Theorie) und einen über die Praxis. Sie behandelt den Kampf mit dem Rapier allein, das Ringen mit dem Schwert, Rapier mit Dolch, Rapier mit Mantel und Rapier mit Rotella (Rundschild); etwa 30 % der Techniken nutzen Hiebe. Gewidmet ist sie Federico Ubaldo della Rovere, dem Sohn des Herzogs Francesco Maria II. della Rovere.

Die Abhandlung erschien 1629 und 1632 erneut in Siena und 1652 in Bologna. Capo Ferro beeinflusste den späteren Meister Sebastian Heussler. Die moderne Fachliteratur bewertet die Abhandlung als lobenswert, aber „weder erschöpfend noch besonders innovativ", und urteilt, dass sie zu ihrer Zeit wenig Einfluss hatte.

Werke und Quellen

Gran Simulacro dell'Arte e dell'Uso della Scherma (Ridolfo Capoferro, 1610)· autor