Paulus Hector Mair
Augsburger Stadtbeamter, der in den 1540er Jahren umfangreiche Fechtkompendien mit Illustrationen von Jörg Breu dem Jüngeren zusammenstellte.
Auf einen Blick
DeutschlandBiografie
Paulus Hector Mair war ein Augsburger Stadtbeamter und Autor umfangreicher illustrierter Handschriften über Fechten und Kampf. Er wurde 1517 in Augsburg geboren und starb dort am 10. Dezember 1579 im Alter von 62 Jahren. Seine Frau war Felizitas Kötzler.
Er wirkte als Sekretär des Augsburger Stadtrats, ab 1541 als Stadtkämmerer und ab 1545 als Rationmeister. Bei wem er das Fechten lernte, haben wir in den Quellen nicht gefunden.
In den 1540er Jahren entstanden seine Handschriften MSS Dresd.C.93 und C.94, frühe Kompendien in frühneuhochdeutscher Sprache. Zur gleichen Zeit schuf er eine lateinische Fassung, Cod.icon. 393, die künstlerisch anspruchsvollste seiner Handschriften, sowie eine Wiener Fassung, Cod. 10825 und 10826, die beide Sprachfassungen verbindet. 1548 entstand die Sammlung Cod.icon. 312b, und 1553 vollendete er einen unvollendeten Traktat von Antonio Rast unter dem Titel Reichsstadt Schätze Nr. 82. Die Handschriften umfassen das lange Schwert, das Messer, den Stab, den Speer, die Pike, die Hellebarde, die Sense, den Dreschflegel, den Bauernknüppel, den Dolch, das Ringen, Varianten des Rapiers, die Glefe sowie den Kampf in Rüstung und zu Pferd. Bei den Illustrationen arbeitete er mit dem Maler Jörg Breu dem Jüngeren zusammen und engagierte zwei Augsburger Fechter als Modelle.
1579 wurde er von einem unzufriedenen Gehilfen angezeigt. Die anschließende Untersuchung deckte Unterschlagung städtischer Gelder auf, und Mair wurde verhaftet und gehängt.