Dong Haichuan
董海川
Begründer des Baguazhang aus dem Kreis Wen'an in Hebei, der in Peking im Haus des Fürsten Su diente und 1882 starb. Das Geburtsjahr ist in den Quellen strittig.
Auf einen Blick
ChinaBiografie
Dong Haichuan ist der Begründer des Baguazhang, einer Kunst, die laut dem chinesischen nationalen Portal für immaterielles Erbe ursprünglich Zhuanzhang (sich drehende Handfläche) hieß. Er stammte aus dem Dorf Zhujiawu im Kreis Wen'an in der Provinz Hebei. Sein Geburtsjahr ist umstritten. Die englische Wikipedia nennt 1797 oder 1813, die Zeitschrift Wuhun aus dem Jahr 1994 schreibt ihm um 1860 ein Alter von etwas über fünfzig Jahren zu. Er starb 1882 in Peking, laut YMAA am 25. Oktober.
Laut dem Portal widmete er sich von Jugend an den Kampfkünsten, reiste viel und suchte Meister auf, bevor er sich in Peking niederließ. Wo er das Gehen im Kreis lernte, überliefern die Quellen unterschiedlich. Das Buch von Liang Shou-Yu, Yang Jwing-Ming und Wen Ching-Wu nennt den Taoisten Dong Mengling vom Berg Jiuhua in Anhui, eine andere Überlieferung den Taoisten Bi Chengxiu. Einen historischen Beleg für ein taoistisches Baguazhang vor seiner Zeit gibt es laut der englischen Wikipedia nicht.
In Peking diente er im Haus des Fürsten Su. Englische Quellen beschreiben ihn als Diener und später als Steuereintreiber, die chinesische Presse wiederholt die Geschichte, er habe sich entmannen lassen und im Palast als Koch gearbeitet. Den Streit haben wir nicht entschieden. Er unterrichtete vor allem Leute, die bereits eine andere Kunst beherrschten, und diese verbanden das Baguazhang mit ihren Stilen, sodass mehrere Linien entstanden. Zu seinen Schülern gehörten Yin Fu, Cheng Tinghua, Liang Zhenpu, Shi Jidong und Ma Gui.
Seine Schüler bestatteten ihn östlich von Dongzhimen und errichteten laut der Zeitschrift Wuhun am Grab in den Jahren 1883 und 1904 Steintafeln. Das Grab wurde während der Kulturrevolution beschädigt und 1980 oder 1981 auf den Friedhof Wan'an versetzt. Das Baguazhang steht seit 2011 im nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Chinas. Ein Zitat von Dong Haichuan mit auffindbarem Ursprung haben wir nicht gefunden.
Frühe Jahre
Dong Haichuan stammte laut dem chinesischen Portal für immaterielles Erbe aus dem Dorf Zhujiawu im Kreis Wen'an in Hebei. Sein Geburtsjahr ist umstritten. Die englische Wikipedia nennt den 13. Oktober 1797 oder 1813, YMAA den 13. Oktober 1797. Die Zeitschrift Wuhun aus dem Jahr 1994 schreibt, er sei um 1860 etwas über fünfzig Jahre alt gewesen, was eher einem Geburtsjahr um 1810 entspricht. Laut der englischen Wikipedia trainierte er in seiner Jugend von Shaolin abgeleitete Stile, vielleicht Bafanshan, Hongquan, Xingmenquan und Jingangquan, andere Quellen nennen Erlangquan und Luohanquan. Um 1853 verließ er Hebei wegen der Armut seiner Familie, um Arbeit zu suchen, dieses Jahr haben wir in einer besseren Quelle nicht überprüft.
Ausbildung und Lehrer
Laut dem Portal für immaterielles Erbe reiste er viel und suchte bekannte Meister auf, bevor er sich im höheren Alter in Peking niederließ. Das Buch von Liang Shou-Yu, Yang Jwing-Ming und Wen Ching-Wu gibt an, dass er bei dem Taoisten Dong Mengling vom Berg Jiuhua in Anhui lernte, der in taoistischen Kreisen Huang Guan Dao Ren genannt wurde. Andere Überlieferungen, zum Beispiel die Seite Ottawa Chinese Martial Arts, nennen als Lehrer den Taoisten Bi Chengxiu und bezeichnen das selbst als Legende. Die Zeitschrift Wuhun aus dem Jahr 1994 legt die Aufnahme von Yin Fu als Schüler auf die Zeit um 1860.
Beitrag und Neuerungen
Laut dem Portal für immaterielles Erbe verband er die Stärken mehrerer Kampftraditionen mit dem Gehen im Kreis und den Prinzipien des Buches der Wandlungen. Die Kunst hieß ursprünglich Zhuanzhang (sich drehende Handfläche), der Name Baguazhang verweist auf die acht Trigramme. Grundlagen sind laut dem Portal Lao Bagua Zhang, die 64 Handflächen und die Übungen Tangni Bu und Dingshi Zhuanzhang. Die meisten seiner Schüler beherrschten bereits eine andere Kunst und verbanden das Baguazhang mit ihr, deshalb entstanden verschiedene Linien. Laut der englischen Wikipedia unterrichtete er nach manchen Quellen konsequent nur die ersten drei Handflächen, nach anderen viel mehr.
Legenden und belegte Fakten
Die chinesische Presse erzählt, er habe sich nach der Verletzung eines Menschen im Streit entmannen lassen, sich in Peking versteckt und im Palast des Fürsten Su als Koch gearbeitet. Die englische Wikipedia beschreibt ihn dagegen als Diener und später als Steuereintreiber und schreibt nichts von einer Entmannung. Den Streit haben wir nicht entschieden. Einen Zweikampf mit Yang Luchan oder mit Guo Yunshen beschreibt die Literatur als Legende, und Nick Scrima schreibt auf Kungfutoday, er sei nie belegt worden. Manche traditionelle Lehrer behaupten, er habe heimlich in taoistischen Schulen gelernt, einen historischen Beleg für ein taoistisches Baguazhang vor der Moderne gibt es laut der englischen Wikipedia aber nicht. Auch das Todesdatum unterscheidet sich, YMAA nennt den 25. Oktober 1882, andere Seiten den 15. Dezember 1880.
Vermächtnis
Das Portal für immaterielles Erbe nennt als seine Nachfolger Yin Fu, Cheng Tinghua, Liang Zhenpu, Zhang Zhaodong, Shi Jidong, Liu Baozhen, Fan Zhiyong und Liu Fengchun. Die letzten Lebensjahre verbrachte er laut der englischen Wikipedia bei seinem Schüler Ma Gui in dessen Holzlager, andere Seiten nennen stattdessen Shi Jidong. Laut der Zeitschrift Wuhun bestatteten ihn Yin Fu und andere Schüler östlich von Dongzhimen und errichteten am Grab in den Jahren 1883 und 1904 Steintafeln. Das Grab wurde während der Kulturrevolution beschädigt und 1980 oder 1981 auf den Friedhof Wan'an versetzt. Das Baguazhang wurde 2011 in die dritte Charge des nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes Chinas unter der Nummer 797 eingetragen.