Chiba Shusaku
Japanischer Schwertkämpfer (1790er Jahre–1855/1856), Begründer der Schule Hokushin Itto-ryu und des Dojo Genbukan in Edo, einer der größten Fechtschulen seiner Zeit.
Auf einen Blick
JapanBiografie
Chiba Shusaku war ein japanischer Schwertkämpfer und Begründer der Schule Hokushin Itto-ryu, deren Dojo Genbukan Mitte des 19. Jahrhunderts zu den größten Fechtschulen Edos gehörte. Jahr und Ort seiner Geburt weichen in den Quellen voneinander ab. Die Schule Hokushin Itto-ryu nennt 1792, die Britannica 1793 und die meisten Einträge der japanischen Enzyklopädie Kotobank 1794. Als Geburtsort werden der Kreis Kurihara in der Präfektur Miyagi, das heutige Kesennuma und die Präfektur Iwate genannt.
Er war der zweite Sohn von Chiba Chuzaemon. Hokushin Muso-ryu lernte er von seinem Vater und seinem Großvater Chiba Koemon Narikatsu. Im Jahr 1809 zog die Familie nach Matsuda bei Edo. Itto-ryu studierte er bei Asari Matashichiro Yoshinobu und bei Nakanishi Chubei und erhielt die volle Lizenz (menkyo kaiden) nach etwa drei Jahren. Er heiratete die Adoptivtochter von Asari, verließ ihn aber nach einem Streit über die Trainingsmethoden und begab sich auf eine Reise der Übungskämpfe (musha shugyo).
Im Jahr 1822 eröffnete er in Nihonbashi das Dojo Genbukan und verlegte es 1825 nach Kanda. Er vereinfachte das System der Lizenzen, und von der Schule hieß es, was anderswo zehn Jahre dauere, beherrsche ein Schüler bei ihm in fünf. Die Universität Tsukuba gibt an, das Genbukan habe etwa 3600 Schüler gehabt und die Techniken des modernen Kendo stark beeinflusst. Im Jahr 1839 ernannte ihn Tokugawa Nariaki zum Lehrer der Fechtkunst der Domäne Mito. Er starb im Dezember des 2. Jahres der Ansei-Ära nach dem alten japanischen Kalender, was die Quellen auf das Jahr 1855 oder 1856 umrechnen.
Frühe Jahre
Das Geburtsjahr weicht in den Quellen voneinander ab. Die meisten Einträge von Kotobank nennen 1794, das Nihon jinmei daijiten ausdrücklich den 1. Januar 1794, die Britannica 1793 und die offizielle Website der Schule Hokushin Itto-ryu 1792. Auch der Geburtsort weicht ab: Kotobank nennt den Kreis Kurihara in der Präfektur Miyagi, die Enzyklopädie Nihon hyakka das Dorf Hanayama mit den Alternativen Araya und Kesen und das Wörterbuch Nihon kokugo daijiten die Präfektur Iwate. Er war der zweite Sohn von Chiba Chuzaemon, dessen persönlichen Namen Kotobank Narinari liest und die englische Wikipedia Naritane. Nach Kotobank verdiente sein Vater später seinen Lebensunterhalt als Pferdearzt. Im Jahr 1809 zog die Familie nach Matsuda bei Edo.
Ausbildung und Lehrer
Seine ersten Lehrer waren sein Vater und sein Großvater Chiba Koemon Narikatsu, von denen er die Familienkunst Hokushin Muso-ryu übernahm. Itto-ryu lernte er dann bei Asari Matashichiro Yoshinobu aus dem Zweig Ono-ha und bei Nakanishi Chubei aus dem Zweig Nakanishi-ha. Die volle Lizenz (menkyo kaiden) erhielt er nach etwa drei Jahren. Er heiratete die Adoptivtochter von Asari, verließ ihn aber nach einem Streit über die Trainingsmethoden und begab sich mit seinem Bruder Sadakichi auf eine Reise der Übungskämpfe (musha shugyo). Den Namen des Bruders schreibt die Website der Schule als Teikichi.
Beitrag und Neuerungen
Nach Kotobank eröffnete er das Dojo Genbukan 1822 in Nihonbashi Shinagawa-cho und verlegte es im Herbst 1825 nach Kanda Otamagaike. Er vereinfachte das System der Lizenzen und des Aufstiegs. Die Website der Schule gibt an, was andere Schulen in zehn Jahren lehrten, habe sein Schüler in fünf gemeistert. Die Universität Tsukuba schreibt dem Genbukan etwa 3600 Schüler und einen starken Einfluss auf die Techniken des modernen Kendo zu, zu dem das Üben mit dem Bambusschwert (shinai) und mit Schutzausrüstung beitrug. Im Jahr 1839 führte er seine Kunst vor Tokugawa Nariaki vor, der ihn zum Lehrer der Fechtkunst der Domäne Mito ernannte. Im Jahr 1841 erhielt er nach Kotobank ein Einkommen von 100 koku und das Amt des umamawari-yaku.
Legenden und belegte Fakten
Der Streit um seinen Geburtsort zieht sich lange hin. Die Behauptung zu Rikuzentakata in der Präfektur Iwate beruht laut einem Bericht der Agentur Kyodo auf einem Wörterbuch der Meiji-Zeit mit fehlerhaften Ortsnamen. Im August 2026 veröffentlichte ein Team der Universität Tohoku das Tagebuch von Sakurada Ryosuke, einem Vasallen aus Sendai und Schüler von Chiba, nach dem er im heutigen Kesennuma geboren wurde und sein Vater Arzt war. Der Streit ist damit nach unserer Ansicht nicht beendet, die Enzyklopädien nennen bisher unterschiedliche Orte. Den Unterschied zwischen den Todesjahren 1855 und 1856 erklären wir uns durch die Umrechnung aus dem alten japanischen Kalender, in dem das Ende des 2. Jahres der Ansei-Ära in den Januar 1856 fällt. Diese Umrechnung stammt von uns, in einer Quelle haben wir sie nicht gefunden.
Vermächtnis
Das Genbukan gehörte zusammen mit den Dojo Renpeikan und Shigakukan zu den drei großen Fechtdojo Edos am Ende des Shogunats. Im Jahr 1848 wurde sein Sohn Yorisutaro zweiter Leiter. Unter den Schülern nennt Kotobank Kaiho Hanpei, Inoue Hachiro, Oba Toso, Mori Yoza und Kiyokawa Hachiro und zählt Sakamoto Ryoma zu den Mitgliedern der Schule. In welchem Dojo der Schule Sakamoto trainierte, konnten wir nicht belegen. Nach japanischen Quellen starb er im Dezember des 2. Jahres der Ansei-Ära, nach dem Nihon kokugo daijiten und der Britannica am 10. Tag, nach dem Wörterbuch des Verlags Yamakawa am 13. Tag. Die Wörterbücher Daijisen und Nihon jinmei daijiten nennen das Jahr 1856, die englische Wikipedia den 17. Januar 1855.