Yedo
예도 · Yedo
Wörtlich: „Scharfes Schwert“
Auch bekannt als: Joseon sebeop, Joseon Saebeop, Chaoxian shifa
Eine koreanische Fechtform aus dem Militärhandbuch Muyedobotongji (1790). Sie beruht auf den 24 Stellungen des Joseon sebeop, die Mao Yuanyi in seinem Werk Wubeizhi verzeichnete.
Auf einen Blick
Über die Kata
Yedo (예도, 銳刀) ist ein Kapitel des koreanischen Militärhandbuchs Muyedobotongji, das 1790 unter König Jeongjo zusammengestellt wurde. Laut Bok Kyu Choi (Acta Periodica Duellatorum, 2020) verbindet es zwei Fechtstile: die einzelnen Stellungen des Joseon sebeop und eine fortlaufende Form, die man in Joseon zur Zeit der Zusammenstellung des Handbuchs unter dem Namen yedo übte. Der Historiker Choi Hyung-guk zählt in Suwon Ilbo 24 einzelne Stellungen, zu denen das Handbuch vier weitere aus der fortlaufenden Form (예도총보) hinzufügte; zusammen sind es 28. Die Grundlage der Form verzeichnete Mao Yuanyi in der Militärschrift Wubeizhi und vermerkte, dass er diese Methode aus Joseon erhalten habe. Das Erscheinungsjahr weicht in den Quellen ab: Choi Hyung-guk nennt 1621, die englische Wikipedia 1629. Den Namen 銳刀 selbst übersetzt die englische Wikipedia in der Liste der Disziplinen des Handbuchs Muyesinbo als scharfes Schwert. Als typische Bewegung beschreibt Choi Hyung-guk das Drehen der Hand mit dem Schwert wie beim Drehen eines Bohrers, wobei sich die Klinge gegen den Uhrzeigersinn dreht. Im heutigen Kumdo wird laut englischer Wikipedia Joseon Saebeop neben der Form Bonguk Geombeop und dem Satz bon geübt, und die Korea Kumdo Association verlangt deren Beherrschung bei den Grad-Prüfungen.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Kumdo | Joseon Saebeop | — | — |
Urheber und Geschichte
Laut der englischen Wikipedia ergänzte das Handbuch Muyesinbo von 1759 den älteren Abschnitt Ssangsudo gerade um yedo. Die Muyedobotongji von 1790 ist laut Bok Kyu Choi die letzte Ausgabe der joseonischen Militärhandbücher: Sie fügte den achtzehn Künsten sechs berittene hinzu. Choi Hyung-guk schreibt, König Jeongjo habe das Handbuch auch in koreanischer Schrift herausgeben lassen, damit es auch Soldaten verstehen konnten, die nicht lesen konnten.
Unterschiede zwischen den Stilen
In der Wubeizhi ist Joseon sebeop laut Bok Kyu Choi ein Fechten mit zweischneidigem Schwert; die Muyedobotongji nannte es yedo und ersetzte das Schwert durch eine einschneidige Waffe. Die englische Wikipedia beschreibt yedo als einschneidig, etwa drei Fuß lang, meist einhändig geführt. Laut Choi rekonstruieren heute Einzelne und Gruppen aus koreanischem Kumdo, Haidong Kumdo und Bongukgeom die Formen der Muyedobotongji. Choi unterscheidet lebendige Überlieferung, die sich mit der Tradition entwickelt, von Buchrekonstruktion ohne diese Trägheit.