Seitei Iai
制定居合 · Seitei iai
Wörtlich: „Standard-Iai“
Auch bekannt als: Zen Nippon Kendo Renmei Iai, Zen Ken Ren Iai, Zenkenren Iai, Seitei-gata, ZNKR Iai
Zwölf Standardformen des Iaido, die der Alljapanische Kendo-Verband 1969 einführte und bis 2000 ergänzte. Sie dienen als Grundlage sowohl für Prüfungen als auch für Wettkämpfe.
Auf einen Blick
Über die Kata
Seitei Iai, offiziell Zen Nippon Kendo Renmei Iai, ist eine Reihe von zwölf Formen, in denen der Übende das Schwert zieht und gegen einen vorgestellten Gegner schneidet. Laut der englischen Wikipedia verwendet der Alljapanische Kendo-Verband sie als Maßstab für Prüfungen und für shiai-Wettkämpfe. Die japanische Wikipedia fügt hinzu, dass sie in den Dojos des Verbands zusammen mit den älteren koryu-Schulen geübt werden. Die drei einleitenden Formen Mae, Ushiro und Ukenagashi beginnen im Sitzen seiza, die vierte, Tsuka-ate, im Kniesitz iai hiza, und die restlichen acht – Kesagiri, Morote-zuki, Sanpogiri, Ganmen-ate, Soete-zuki, Shihogiri, Sogiri und Nukiuchi – werden im Stehen geübt. Laut dem Lehrbuch des Verbands, in der englischen Übersetzung von Robert D. Stroud, durchläuft jede Form dieselben Phasen: das Ziehen nukitsuke (in der letzten Form nukiuchi), Schnitte oder Schläge, das Abschütteln des Blutes chiburi und das Zurückstecken des Schwertes in die Scheide noto. Das Lehrbuch rät als allgemeine Regel, jede Form beim dritten Atemzug zu beginnen und sie nach Möglichkeit in einem einzigen Atemzug zu vollenden. Den Blick beschreibt es als enzan no metsuke mit halb geschlossenen Augen, hangan.
Bedeutung des Namens
Der offizielle Name lautet Zen Nippon Kendo Renmei Iai (全日本剣道連盟居合), abgekürzt Zen Ken Ren Iai (全剣連居合). Umgangssprachlich sagt man seitei oder seitei-gata, was die englische Wikipedia als Standardformen des Schwertziehens deutet; die japanische Wikipedia führt auch die Schreibweise 制定居合 an. Die Reihe ist von Toho zu unterscheiden, den fünf Formen des Alljapanischen Iaido-Verbands (Zen Nihon Iaido Renmei), die aus fünf Hauptschulen übernommen wurden.
Urheber und Geschichte
Der Alljapanische Kendo-Verband wurde 1952 gegründet, und laut der englischen Wikipedia wählte sein Fachausschuss Elemente aus den Schwertschulen Muso Jikiden Eishin-ryu, Muso Shinden-ryu und Hoki-ryu aus. Die japanische Wikipedia nennt nur die ersten beiden und gibt an, dass daraus auch die Etikette mit dem Schwert zu Beginn und am Ende der Übung stammt. 1969 führte der Verband sieben Formen ein. Drei weitere, Ganmen-ate, Soete-zuki und Shihogiri, kamen laut der Revisionsgeschichte des Verbandslehrbuchs am 21. März 1980 mit Gültigkeit ab dem 1. April desselben Jahres hinzu; die englische Wikipedia nennt das Jahr 1981. Die japanische Wikipedia schreibt, dass sich die Zahl damit nach dem Vorbild der Nihon Kendo Kata auf zehn festlegte. Die letzten beiden Formen, Sogiri und Nukiuchi, kamen am 2. November 2000 mit Gültigkeit ab dem 1. April 2001 hinzu. Das Lehrbuch verzeichnet zwischenzeitlich Revisionen aus den Jahren 1976, 1988 und 2006.
Bunkai – Anwendungen
Das Lehrbuch des Verbands gibt zu jeder Form eine vorgestellte Situation. In Mae schneidet der Übende einen Gegner vorn von oben, makko kara no kiri oroshi; in Ushiro dasselbe hinten. In Ukenagashi lenkt er einen Schlag mit dem Klingenteil shinogi ab; in Tsuka-ate trifft er mit dem Knauf (tsuka gashira) den Punkt suigetsu eines Gegners vorn. In Kesagiri schneidet er schräg von unten nach oben, während der Gegner das Schwert hebt. In Sanpogiri steht er drei Gegnern gegenüber – vorn, rechts, links; in Shihogiri vier. In Ganmen-ate schlägt er mit dem Griff ins Gesicht, in Soete-zuki sticht er mit stützender Hand in den Bauch, und in Nukiuchi reagiert er auf einen Gegner gegenüber, der plötzlich schneidet.
Häufige Fehler
Das Lehrbuch des Verbands warnt davor, dass der Übende das Schwert nach dem Zurückstecken in den obi nicht hin- und herbewegen oder den Griff verdrehen soll.
Wichtiger Tipp
Laut dem Lehrbuch des Verbands wird der Griff gehalten, als würde der Übende leicht ein Hühnerei umfassen.