Ju-no-Kata
柔の形 · Ju no kata
Wörtlich: „Formen der Sanftheit“
Auch bekannt als: Jū-no-kata
Judo-Partnerkata von Jigoro Kano: 15 Angriffe und Abwehren in drei Fünfergruppen, langsam und fließend geübt, ohne die Würfe zu vollenden.
Auf einen Blick
Über die Kata
Ju no kata wird paarweise geübt: Uke greift an, Tori antwortet. Der Kodokan beschreibt sie als ausdrucksstarke, gymnastische Abfolge von Angriffen und Abwehren in langsamen, gemäßigten Bewegungen. Sie besteht aus drei Gruppen – dai ikkyo, dai nikyo und dai sankyo – zu je fünf Techniken, insgesamt fünfzehn. Die erste Gruppe beginnt mit Tsuki dashi und endet mit Ago oshi, die zweite reicht von Kiri oroshi bis Katate age, die dritte von Obi tori bis Ryogan tsuki. Kein Wurf wird vollendet, weshalb sie laut englischer Wikipedia auch ohne Judogi und außerhalb des Dojo geübt werden kann. DC Judo betont, sie sei nur dem Namen nach sanft: Angriffe und Gegenangriffe in verlangsamtem Tempo mit vielen Atemi-waza-Schlägen, darunter ein Stich in die Augen. Judo-encyclopedia.com schreibt, die Kata lehre, Uke ökonomisch, mit angemessener Kraft und ruhig zu heben und zu versetzen, und werde fließend, ohne Unterbrechung geübt. Laut derselben Quelle vermittelt sie einen guten Einblick in das Brechen des Gleichgewichts und legt Wert auf Kontrolle, erreicht durch Ökonomie der Bewegung.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Judo | Ju-no-Kata | 15 | — |
Bedeutung des Namens
Der Name wird 柔の形 geschrieben. Das Zeichen 柔, auch yawara gelesen, ist dasselbe wie im Wort Judo; Carl De Crée und Llyr Jones (Archives of Budo, 2009) deuten es als „nachgiebig, weich“, den Gegensatz zu go 剛, „hart“. Die englische Wikipedia übersetzt den Namen als „Formen der Sanftheit“ und schreibt, die Kata solle die Grundprinzipien des Judo lehren, besonders das Prinzip ju – Nachgeben oder Sanftheit. Judo-encyclopedia.com vergleicht dieses Prinzip mit einer Weide: Die Wurzeln halten fest im Boden, während sich die Äste im Wind biegen.
Urheber und Geschichte
Laut der englischen Wikipedia stellte Jigoro Kano die Kata um 1887 zusammen, als bereits so viele Menschen Judo übten, dass er nicht mehr jedem persönlich beim freien Üben (Randori) raten konnte. Das Jahr 1887 nennt auch das Kodokan New Japanese-English Dictionary of Judo, wie es die Studie von De Crée und Jones zitiert; die Autoren fügen jedoch hinzu, dass sie die ursprüngliche Quelle dieses Datums nicht haben belegen können. Dieselbe Studie nennt als eine von zwei widersprüchlichen Hypothesen, dass Kano go no kata als Ergänzung zu ju no kata schuf. Kotani u. a. (1968) sowie Otaki und Draeger (1983) ordnen ju no kata zusammen mit Seiryoku zenyo kokumin taiiku den rentai no kata zu, Formen der Körpererziehung.
Im Wettkampf
Bei der IJF-Kata-Weltmeisterschaft wird in fünf Katas gewetteifert: neben Ju no kata sind das Nage no kata, Katame no kata, Kime no kata und Kodokan goshin jutsu (IJF, 2021). Dieselben fünf nennen auch die Wettkampfregeln, die im Programmheft der Kata-Weltmeisterschaft 2015 in Amsterdam abgedruckt sind.
Wettkampfeinstufung
- Judo IJF (Internationaler Judo-Verband) – Judo — Offizielle Kata-Liste ↗
In Prüfungsordnungen
- IJF-Ordnung (Dan-Grade): 5. Dan
Wichtiger Tipp
Übe sehr langsam: Laut einem IJF-Artikel lernst du in Ju no kata, den Partner aus dem Gleichgewicht zu bringen und das Gewicht so zu verlagern, dass die Technik gelingt.
Weitere Quellen zum Thema (9)
- en.wikipedia.org/wiki/Ju-no-kata
- en.wikipedia.org/wiki/Judo_kata
- kdkjd.org/kata
- ijf.org/news/show/kata-the-forms
- ijf.org/news/show/the-need-to-study-kata
- shufujudo.org/wp-content/uploads/COMPETITION-rules-from-2015-Amsterdam…
- files.4medicine.pl/download.php
- judo-encyclopedia.com/judo_encyclopedia/ju-no-kata
- dcjudo.com/katas-of-judo