Bonguk Geom
본국검 · Bongukgeom
Wörtlich: „Schwert unseres Landes“
Auch bekannt als: Bonguk Geombeop, Bon Kuk Geom Beop
Eine koreanische Schwertform mit 33 Stellungen in drei Teilen, verzeichnet im Militärhandbuch Muyedobotongji aus dem Jahr 1790. Im Kumdo gehört sie zu den Grad-Prüfungen.
Auf einen Blick
Über die Kata
Bonguk geom, wörtlich „Schwert unseres Landes", ist eine der 24 Disziplinen des Militärhandbuchs Muyedobotongji, das 1790 unter König Jeongjo erschien. Als eigenständige Form wurde sie bereits im Handbuch Muyesinbo von 1759 verzeichnet. Handbücher des 18. Jahrhunderts stellen sie auf ein einschneidiges Schwert; die koreanische Wikipedia fügt hinzu, dass man in der Silla-Zeit mit einem zweischneidigen Schwert focht. Laut dem koreanischen Kumdo-Verband hat die Form 33 Stellungen, aufgeteilt in drei Teile: der Eröffnungsteil hat 13 Stellungen, der mittlere 11 und der abschließende 9. Es gibt 21 Angriffstechniken, davon 12 Schnitte und 9 Stiche. Die englische Wikipedia nennt nur 7 Stiche; welche Zahl dem Handbuch entspricht, konnten wir nicht überprüfen. Im heutigen Kumdo wird die Form unter dem Namen Bonguk Geombeop geübt. Laut der englischen Wikipedia wird sie vom koreanischen Kumdo-Verband und seinen ausländischen Zweigen bei den Grad-Prüfungen verlangt, im japanischen Kendo findet man sie nicht. Dieselbe Wikipedia weist darauf hin, dass moderne Schulen des koreanischen Schwertkampfs den Namen bonguk geom oft vor allem zur Betonung des nationalen Charakters verwenden, ohne dass ihre Form an das System des 18. Jahrhunderts anknüpft.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Kumdo | Bonguk Geombeop | 33 | — |
Bedeutung des Namens
Die Hangul-Schreibung 본국검 entspricht 本國劍, von der englischen Wikipedia als „Schwert unseres Landes" übersetzt. Eine Lehrwebsite zu koreanischen Handbüchern nennt andere Zeichen, 邦國劍, „nationales Schwert"; welche Schreibung im Original steht, konnten wir nicht klären. Die koreanische Wikipedia kennt auch die älteren Namen 新劒 und 新羅劒, deren zweiter die Form mit dem Königreich Silla verbindet. Der koreanische Kumdo-Verband sieht die geistige Grundlage im Ideal des hwarang, der Silla-Kriegerjugend.
Urheber und Geschichte
Laut der englischen Wikipedia taucht der Name erstmals 1678 im Tagebuch des königlichen Sekretariats Seungjeongwon ilgi auf. Schon bei der königlichen Kampfkunstvorführung von 1673 erklärte jedoch der Offizier Yu Hyuk Eon, die Techniken stammten aus der chinesischen Militärschrift Wubei zhi von 1621. Das Handbuch Muyesinbo von 1759, das Kronprinz Sado um neue Kampfmethoden erweiterte, stellt die Form der Jedok geom gegenüber, einem chinesischen System, das General Li Rusong während des Imjin-Kriegs nach Korea brachte. Das Alter des koreanischen Schwertkampfs belegt das Handbuch mit der Geschichte des Silla-Jünglings Hwangchang, der bei einem Schwerttanz am Hof den König von Baekje tötete. Der koreanische Kumdo-Verband verweist dazu auf eine ältere Erwähnung von Hwangchangs Schwerttanz im geografischen Werk Dongguk yeoji seungnam.