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Bec de corbin

Wörtlich: Rabenschnabel

Auch bekannt als: bec de corbeau

Spätmittelalterlicher Stangenkriegshammer, mit dem hauptsächlich mit dem Schnabel gekämpft wurde, nicht der Hammerfläche; er gab Adligen des französischen Königshaushalts einen Spitznamen.

Auf einen Blick

HerkunftEuropa
WaffentypStangenwaffe
WirkungsweiseStangenwaffe, Panzerbrechend
FührungsartZweihändig
VerwendungszeitMittelalter
Ursprünglicher ZweckKriegswaffe
Gedacht gegenGegen Plattenrüstung
Getragen vonAdel

Über die Waffe

Bec de corbin, altfranzösisch Rabenschnabel (neufranzösisch bec de corbeau), ist eine Stangenwaffe vom Typ Kriegshammer, beliebt im spätmittelalterlichen Europa. Ein antiquarischer Überblick verortet die frühesten schriftlichen Spuren in burgundischen Inventaren des späten 14. Jahrhunderts, insbesondere im Waffeninventar Philipps des Kühnen von 1379; in enzyklopädischen Quellen haben wir diese Datierung nicht gefunden. Im Gegensatz zum Luzerner Hammer wurde hauptsächlich mit dem Schnabel gekämpft, nicht mit der Hammerfläche. Diese war meist stumpf, ohne die mehreren Spitzen des Luzerner Hammers, der Schnabel war kräftiger und der Spitzdorn kürzer und weniger schlank. Der Schnabel war besser geeignet, Plattenrüstung sowie die gesteppte Polsterung namens Gambeson zu durchbohren. Laut demselben antiquarischen Überblick maß die Waffe 1,5 bis 2 Meter, wog 2,2 bis 2,8 Kilogramm, und der Schaft aus Esche oder Buche war in den oberen etwa 40 Zentimetern durch vernietete eiserne Langetten verstärkt. Der Unterschied zwischen bec de corbin und bec de faucon, Falkenschnabel, ist subjektiv und hängt davon ab, ob der Schnabel eher einem Raben oder einem Falken ähnelt. Der Name wird heute auch locker für verschiedene Arten von Kriegshämmern und Reiterhämmern verwendet. Die Waffe gab den einfachen Adligen des französischen Königshaushalts den Spitznamen Gentilshommes à bec de corbin (Gentilshommes ordinaires de la Maison du Roi).

Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. Bec de corbin – Wikipedia
  2. Bec de corbin – Wikipédia
  3. Bec de corbin – Antique Gallery encyclopedia