Luzerner Hammer
Auch bekannt als: Luzerner Hammer, Mordaxt
Stangenwaffe der Schweizer Fußsoldaten und Stadtwachen mit einem Hammerkopf aus vier Spitzen, hinterem Schnabel und langer oberer Spitze, etwa 1,5 Meter lang.
Auf einen Blick
SchweizÜber die Waffe
Der Luzerner Hammer ist eine Stangenwaffe mit einem Hammerkopf, der mehrere Spitzen trägt, einem langen hinteren Schnabel und einer noch längeren oberen Spitze. Englischen Quellen zufolge erhielt er seine Form um die 1470er Jahre von Schmieden in der Zentralschweiz; deutsche Quellen datieren ihn auf das 14.–16. Jahrhundert. Sein Name geht auf Luzern zurück, nach einigen wegen der Menge an Stücken im dortigen Zeughaus, nach anderen wegen eines Massenfundes bei der Stadt. Zeitgenössische Schriften nennen ihn die Hamer oder Mordaxt. Manche Forscher sehen in ihm eine spätere Form des bec de corbin, die Einordnung ist aber umstritten. Der stählerne Kopf trägt einen Hammer mit vier Spitzen, einen leicht abwärts gebogenen Schnabel und eine obere Spitze, die sich im 16. Jahrhundert verlängerte. Die Waffe misst etwa 1,5 Meter und wird mit beiden Händen geführt. Anders als der bec de corbin wurde vor allem mit dem Hammer zugeschlagen. Die Spitze zielte auf die Lücken der Plattenrüstung, mit dem Schnabel wurden Reiter aus dem Sattel gerissen, mit dem Hammer wurden Platten eingedrückt oder Kettenrüstung aufgerissen. Er wurde zu Fuß von Fußsoldaten wie von Rittern im Zweikampf eingesetzt. Schweizer Stadtwachen trugen ihn noch im 17. Jahrhundert bei Patrouillen, Hinrichtungen und Geleiten, lange nachdem er von den Schlachtfeldern verschwunden war. Heute dient er als Paradewaffe und ist neben der Hellebarde eine beliebte Waffe bei den Gruppenduellen des Historical Medieval Battle.
Teile der Waffe
- Kopf
- Haken — bec
- Dorn — dague
- Schaft — Schaft