Khanjar
Omanischer Dolch mit J-förmig gebogener Klinge, mittig im Gürtel getragen; Zeichen der Männlichkeit und Bestandteil des omanischen Staatswappens.
Auf einen Blick
Über die Waffe
Der Khanjar ist ein traditioneller Dolch, der aus dem Sultanat Oman stammt. Der niederländische Besucher Robert Padbrugge verzeichnete ihn 1672 in Maskat, und Grabsteinreliefs in der Region Ru'us al-Dschibal zeigen ihn schon vor Ende des 18. Jahrhunderts. Derselbe Name bezeichnet auch einen mughalischen indischen Dolch aus dem 19. Jahrhundert im Metropolitan Museum of Art; die Form seiner Klinge konnten wir aus den Quellen nicht belegen, weshalb unklar bleibt, ob es sich um denselben Typ handelt. Die Klinge des omanischen Khanjar hat die Form des Buchstabens J und ist wie ein Haken gebogen. Griffe königlicher Stücke wurden aus Gold oder Silber gefertigt, gewöhnliche aus Messing und Kupfer; Standard waren früher Nashornhorn und Elfenbein, die nach internationalen Verboten durch Holz, Kunststoff oder Kamelknochen ersetzt werden. Das mughalische Stück im Metropolitan Museum besteht aus Stahl, Jade und Gold, verziert mit Rubin, Smaragd, Beryll, Bergkristall und Türkis; es misst 35,6 cm, davon die Klinge 23,2 cm, und wiegt etwa 397 g. Der Khanjar wird mittig im Gürtel getragen, was den Rang des Trägers ausdrückt. In der Wüste diente er zur Jagd, zum Häuten von Wild und zum Schneiden von Seilen. Ihn aus der Scheide zu ziehen, ohne Blut fließen zu lassen, gilt als Tabu; früher zog man ihn nur zur Rache oder Selbstverteidigung. Der Khanjar verkörpert Männlichkeit, Macht und Autorität. Söhne erhalten ihn beim Erwachsenwerden, und er ist ein gängiges Hochzeitsgeschenk. Seit dem 18. Jahrhundert ist er Symbol der Dynastie Al Said und erscheint auf dem omanischen Staatswappen, auf der Ein-Rial-Banknote, auf Briefmarken und an Regierungsgebäuden.