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Gladius

Wörtlich: Schwert

Kurzes Schwert der römischen Infanterie, von den Keltiberern Hispaniens übernommen; Legionäre stachen damit in Bauchhöhe, bis es im 3. Jahrhundert n. Chr. die längere Spatha ablöste.

Auf einen Blick

HerkunftEuropa
WaffentypSchwert
WirkungsweiseStechend, Schneidend
FührungsartEinhändig
MaterialEisen, Stahl
VerwendungszeitAntike
Ursprünglicher ZweckKriegswaffe
KampfdistanzNahdistanz
Getragen vonFußvolk
Länge60–85 cm
Gewicht0,7–1 kg

Über die Waffe

Der Gladius war das Schwert der römischen Infanterie vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr., als die schwere Infanterie ihn gegen die längere Spatha eintauschte. Das Vorbild übernahmen die Römer von den Keltiberern, die für Karthago in den Punischen Kriegen kämpften und schon bei Cannae (216 v. Chr.) Eindruck hinterließen. Die Änderung geht meist auf Scipio Africanus nach der Eroberung Cartagenas 209 v. Chr. zurück. Das Wort Gladius ist wohl eine Entlehnung aus dem Keltischen (*kladi(b)os, „Schwert“). Man unterscheidet mehrere Typen. Der Gladius Hispaniensis hatte eine Klinge von 60-68 cm, eine Gesamtlänge von 75-85 cm, eine Breite von 5 cm und wog etwa 1 kg. Der Typ Mainz hatte eine Klinge von 50-55 cm, eine Breite von 7 cm und etwa 800 g, die Typen Fulham und Pompeji wogen etwa 700 g, wobei der pompejanische Typ mit 45-50 cm die kürzeste Klinge hatte. Der Griff hieß auf Lateinisch capulus. Die Schwerter wurden aus Rennofeneisen geschweißt oder aus einem Stück geschmiedet, hergestellt von spezialisierten Handwerkern, den Gladiarii. Legionäre stachen mit dem Gladius vor allem in Bauchhöhe. Ein voll bewaffneter Legionär trug außer dem Schwert das Schild scutum, ein oder zwei Wurfspieße pila und oft auch den Dolch pugio. Laut einer Quelle entsetzten sich makedonische Soldaten um 200 v. Chr. beim Anblick vom Gladius zerhackter Leichen.

Teile der Waffe

  • Griff — capulus

Verwandte Waffen

  • Zusammen geführt mit: Pilum

Pflege

Weitere Quellen zum Thema (1)
  1. Gladius – Wikipedia