Gokyo (Fünfte Lehre)
五教
Eine Ikkyo-Variante mit umgekehrtem Griff, gegen das Messer gedacht. Sie hält das Handgelenk von oben, damit die Klinge nicht zurückdreht.
Auf einen Blick
⚠️ Häufige Fehler
Häufige Fehler: zum Ikkyo-Griff zurückfallen, den Arm aus der Messerlinie führen, und ohne Waffe üben, was der Technik den Sinn nimmt.
💡 Wichtiger Tipp
Der Griff von oben ist keine Zierde — er ist der einzige Grund, warum Gokyo neben Ikkyo existiert. Übe es mit dem Messer.
Über
Gokyo, die fünfte Lehre, japanisch auch Ude Nobashi, die Streckung des Arms, ist die letzte der fünf Grundkontrollen des Aikido. Es sieht aus wie Ikkyo und führt den Arm auf derselben Bahn, unterscheidet sich aber im Griff am Handgelenk: Der Verteidiger hält die Hand von oben, den Daumen nach unten, statt von unten. Diese Kleinigkeit hat einen konkreten Grund. Gokyo wird vor allem gegen einen Messerangriff eingesetzt, und der umgekehrte Griff verhindert, dass der Angreifer das Handgelenk dreht und die Klinge zum Verteidiger zurückwendet. Zugleich erlaubt er, die Hand beim Übergang zum Boden so auf die Matte zu drücken, dass sich die Waffe aus den Fingern hebeln lässt. Genau deshalb wird Gokyo erst in höheren Graden und fast nur mit dem hölzernen Tanto geübt. Im gewöhnlichen waffenlosen Training taucht es selten auf.
