George Silver
Englischer Gentleman und Fechter, um die Mitte des 16. Jahrhunderts geboren, Autor von Paradoxes of Defence (1599), das das kurze Schwert gegen den italienischen Rapier verteidigt.
Auf einen Blick
Vereinigtes KönigreichBiografie
George Silver war ein englischer Gentleman und Autor des Werks Paradoxes of Defence von 1599, in dem er das englische Fechten mit dem kurzen Schwert gegen den modischen italienischen Rapier verteidigte. Laut Wiktenauer wurde er in den fünfziger oder frühen sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts geboren, Geburtsort und genaue Lebensdaten haben wir nicht gefunden.
Er war der älteste von vier Brüdern, und auch sein Bruder Toby war Fechter. Am 24. März 1580 heiratete er in London Mary Haydon. Er war kein professioneller Fechtlehrer, und seinen Lehrer und seine Kampflinie konnten wir nicht ermitteln.
Paradoxes of Defence gab in London Edward Blount heraus, und das Werk ist dem Grafen von Essex gewidmet. Silver behauptet darin, das kurze Schwert habe einen Vorteil gegenüber dem langen Schwert und dem langen Rapier, der Hieb sei ebenso schnell wie der Stich und oft gefährlicher, und er lehnt den Ausfall ab. Mit seinem Bruder Toby forderte er den italienischen Meister Vincentio Saviolo zu einem öffentlichen Kampf mit verschiedenen Waffen heraus, ein förmlicher Kampf fand jedoch nicht statt. Um 1605 verfasste er das Manuskript Brief Instructions upon my Paradoxes of Defence, das erst 1898 im Druck erschien.
Seine Schriften werden heute als Quelle des englischen Fechtens studiert und erschienen auch in tschechischer Übersetzung. Der Forscher J. D. Aylward behauptete, Silver habe 1622 noch gelebt, sein Beleg hält jedoch nicht stand.
Frühe Jahre
George Silver wurde laut Wiktenauer in den fünfziger oder frühen sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts geboren, das genaue Datum und den Ort nennen die Quellen nicht. Er war der älteste von vier Brüdern, und sein Bruder Toby war ebenfalls ein tüchtiger Fechter. Am 24. März 1580, nach dem damaligen Kalender noch 1579, heiratete er in London Mary Haydon. Die Abstammung von Sir Bartholomew Silver, den Eduard II. zum Ritter schlug, behauptet der Forscher J. D. Aylward, Wiktenauer hält sie nicht für erwiesen. Die englische Wikipedia beschreibt ihn als Gentleman, nicht als professionellen Fechtlehrer.
Ausbildung und Lehrer
Seinen Lehrer und seine Kampflinie haben wir nicht gefunden, Wiktenauer schreibt ausdrücklich, dass sie unbekannt sind. Die englische Wikipedia gibt an, er habe die Fechtschulen und ihre Systeme gut gekannt. Er bevorzugte das kurze Schwert und das Backsword und setzte anstelle des Ausfalls eine Schritttechnik durch, die Hiebe mit dem Stich verband. In Paradoxes of Defence schreibt er, wer den Vorteil im richtigen Tempo, in der richtigen Distanz und Zeit gewinne, habe die Oberhand.
Beitrag und Neuerungen
Paradoxes of Defence erschien 1599 in London, Herausgeber war Edward Blount und Drucker Richard Field. Das Werk ist Robert Devereux, dem Grafen von Essex, gewidmet, der zugleich der Gönner von Vincentio Saviolo war. Silver behauptet darin, der Hieb sei ebenso schnell wie der Stich und oft gefährlicher. Im Abschnitt Admonition schlägt er vor, fremde Lehrer durch drei Kämpfe zu prüfen, gegen englische Meister, gegen unerfahrene Männer und gegen halb betrunkene Männer. Mit seinem Bruder Toby forderte er Saviolo zu einem öffentlichen Kampf mit zehn Waffen heraus, und die Herausforderungen hängten sie in London, Southwark und Westminster aus. Das Manuskript Brief Instructions upon My Paradoxes of Defence liegt in der British Library als Sloane MS 376 und stammt offenbar aus der Zeit um 1605.
Legenden und belegte Fakten
Der Forscher J. D. Aylward behauptete, Robert Cooke habe Silver 1622 besucht, und folgerte daraus, dass Silver damals noch lebte. Cooke starb jedoch 1593, und William Camden, mit dem die Angabe verbunden ist, war 1622 gelähmt und starb ein Jahr später. Den Kampf mit Saviolo schildert die englische Wikipedia so, dass Saviolo nicht erschien, Wiktenauer zitiert Silver, nach dem überhaupt kein förmlicher Kampf stattfand. Den Streit haben wir nicht entschieden.
Vermächtnis
Brief Instructions blieben bis 1898 unveröffentlicht, als sie laut der englischen Wikipedia Captain Cyril G. R. Matthey als Lehrbuch für Soldaten des Burenkriegs herausgab. Es gibt auch eine handschriftliche Fassung der Paradoxes, Additional MS 34192. Wiktenauer führt Konkordanzen von Michael Chidester und Stephen Hand, eine moderne Übersetzung der Paradoxes und eine tschechische Übersetzung an. Die englische Wikipedia zählt sein Werk zu den Schlüsselquellen des englischen Fechtens und verweist auf die Bücher English Swordsmanship (2006) von Stephen Hand und Master of Defence (2008) von Paul Wagner.
Assoziierte Kampfkünste
Zitate
Das kurze Schwert hat einen Vorteil gegenüber dem langen Schwert oder dem langen Rapier.
the short sword hath the advantage of the long sword or long rapier