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Handschrift

MS I.33 (Walpurgis-Fechtbuch, um 1300)

Das älteste erhaltene europäische Fechtbuch, um 1320, zu Schwert und Buckler. Keine Kunst, sondern eine Handschrift — heute in den Royal Armouries in Leeds.

Datierung1300
SignaturMS I.33
AufbewahrungRoyal Armouries, Leeds

MS I.33 ist das älteste erhaltene europäische Fechtbuch und zugleich ein Eintrag, zu dem sofort gesagt gehört, dass es keine Kampfkunst ist, sondern eine Handschrift. Sie entstand um die 1320er Jahre in Franken, ist in mittelalterlichem Latein geschrieben und heisst Liber de Arte Dimicatoria. Erhalten sind 32 Pergamentblätter von etwa 230 mal 300 Millimetern, auf jeder Seite zwei Abbildungen mit Text; mindestens acht Blätter fehlen. Der Inhalt ist der Kampf mit einhändigem Schwert und Buckler, dem kleinen runden Faustschild. Die Lehre beruht auf sieben Huten, den Custodiae, und darauf, wie man sie bricht; auf den Bildern unterrichtet ein Priester, ein Schüler antwortet ihm, und am Schluss erscheint eine Frauengestalt namens Walpurgis, nach der die Handschrift auch Walpurgis-Fechtbuch heisst. Die Urheberschaft wird einem Clericus Lutegerus zugeschrieben, doch arbeiteten drei Schreiber und womöglich siebzehn Illuminatoren daran. Die Wege waren bewegt: Um 1552 nahm Johannes Herbart von Würzburg sie aus einem Kloster mit, danach besassen sie die Herzöge von Sachsen-Gotha, 1950 wurde sie bei Sotheby's verkauft, seit 1996 liegt sie in den Royal Armouries in Leeds.

Hinweis zur ÜberprüfungPrevedeno z martial_arts #161 dne 4. 9. 2026 (reklasifikace pramenu, viz claude/prirucky-v-katalogu-umeni-2026-09-04.md). Texty prevzaty beze zmeny a jsou psane jako o bojovem umeni - potrebuji prepsat do ramce pramene. Chybi: shelfmark, repository, digital_url. Nejstarsi dochovany evropsky sermirsky rukopis. Predchazi liechtenauerskou tradici - vazba na Nemeckou skolu sermu je zemepisna, ne linijni.